Gewinner und Verlierer der Internalisierung externer Kosten im EU-Straßengüterverkehr

Gewinner und Verlierer der Internalisierung externer Kosten im EU-Straßengüterverkehr

BGL, Frankfurt am Main, 15.11.2010: Der Bundesverband Güterkraftverkehr und Logistik (BGL) e.V. stellt Interessenten die ins Deutsche übersetzte, 30-seitige Kurzfassung der im Auftrag der International Transport Union (IRU) in Genf erstellten ProgTrans-Studie „Internalisierung externer Kosten – Auswirkungen auf die Volkswirtschaften der einzelnen EU-Mitgliedsländer und Konsequenzen für das europäische Straßentransportgewerbe“ zur Verfügung.

Zentrales Ergebnis der Studie: Eine in Brüssel angedachte Einbeziehung aller denkbaren externen Kosten (neben Luftverschmutzungs- und Lärmkosten auch Stau-, Unfall- und Klimawandelkosten) in die Berechnung von Lkw-Mauten sähe nur zwei europäische Volkswirtschaften als Gewinner: Deutschland vor Frankreich.

Alle Szenarien, die auf den Ergebnissen eines von der EU-Kommission veröffentlichten „Handbuchs zur Abschätzung externer Kosten im Verkehrssektor“ basieren, zeigen das gleiche Ergebnis: Nur in diesen Ländern würden die fiskalischen Einnahmen durch erhöhte Mauten auf ihren Streckennetzen die höheren Ausgaben der heimischen Wirtschaft für Warenströme im Binnen- und Außenhandel deutlich übersteigen. Ursächlich hierfür sind insbesondere deren zentrale Lage und die langen Straßennetze. „Nettozahler“ wären fast alle anderen europäischen Volkswirtschaften, allen voran Spanien, gefolgt von den Niederlanden und Italien. Diese „politische Botschaft“ wird in einer anschaulichen Grafik verdeutlicht (siehe Anlage1). Allein die spanische Wirtschaft würde je nach Belastungsszenario jährlich zwischen 211 Mio. und 4,4 Mrd. EUR „draufzahlen“ (siehe Anlage 2).

Zieht man von den Mauteinnahmen des Staates die höheren Ausgaben des einheimischen Straßentransportgewerbes für Mauten im In- und Ausland ab, ändert sich nur die Reihenfolge der „Nutznießer“: Frankreich vor Deutschland. Dies kann nicht verwundern, liegen doch die „Haupttransitländer“ bei dieser Betrachtung vorn, „unterstützt“ von den geringen Marktanteilen deutscher und französischer Transportlogistikunternehmen im Ausland. In dieser Statistik „ganz hinten“ liegt Polen; dessen Straßentransportgewerbe würde weitaus mehr Straßenbenutzungsgebühren in „ausländische Kassen“ einzahlen als der polnische Staat von gebietsfremden Fahrzeugen einkassieren könnte.



Autor: Agnieszka Sterniak

Ursprung: http://www.bgl-ev.de/web/presse/index_detail.htm&news=2010DA15112010100748.NEW